2016

Der Steppenwolf (UA)

Musiktheater in zwei Akten nach dem gleichnamigen Roman von Hermann Hesse

Musik: Viktor Åslund
Text: Rainer Lewandowski
Uraufführung: 7. Mai 2016, Großes Haus Mainfranken Theater Würzburg
Musikalische Leitung: Sebastian Beckedorf
Inszenierung und Choreografie: Anna Vita
Bühne und Kostüme: Verena Hemmerlein
Licht: Walter Wiedmaier
Choreinstudierung: Michael Clark
Dramaturgie: Christoph Blitt
Dauer: 3 Stunden

Harry Haller, Intellektueller und Autor steckt in einer Schaffens- und Lebenskrise. Sein ständiger Begleiter ist der Steppenwolf, jener Teil seiner Persönlichkeit, der dem Bürgerlichen abgewandt, die Einsamkeit sucht und ihn immer wieder zum Selbstmord treiben möchte. Nach einem Streit mit einem bekannten Professor irrt Haller durch die nächtlichen Straßen der Stadt. In einer Kneipe trifft er Hermine. Sie weckt in ihm Sehnsüchte, die er bisher verleugnet hat. Haller und Hermine treffen sich regelmäßig. Sie bringt ihm das Tanzen bei und prophezeit ihm, dass er sie eines Tages töten werde. Hermine stellt Haller den Saxophonspieler Pablo vor, auf den Haller aus Eifersucht abweisend und gereizt reagiert. Außerdem führt sie ihm ihre Freundin Maria zu, die sein erotisches Interesse und Begehren weckt.

 

Harry Haller stürzt sich in das Treiben eines Maskenballes, in dem ihm Hermine erst als sein Jugendfreund Hermann und dann als schwarze Pierrette erscheint. Pablo lockt Haller in das „Magische Theater“. Hier gewinnt Verdrängtes und Ersehntes endgültig die Oberhand. Mozart tritt auf und vermittelt ihm ein Gefühl für die Leichtigkeit des Lebens. Doch als Haller Hermine und Pablo in inniger Umarmung entdeckt, erwacht der Steppenwolf in ihm und er tötet Hermine. Daraufhin wird Haller vor einem imaginären Gericht angeklagt, das „Magische Theater“ mit der Wirklichkeit verwechselt zu haben. Er wird dazu verurteilt, das Lachen zu lernen.

https://br24.de/nachrichten/Bayern/die-letzten-proben-am-mainfranken-theater-wuerzburg

BR24, Frankenschau aktuell, "Der Steppenwolf", Die letzten Proben am Mainfranken-Theater Würzburg, 06.05.2016

http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2016/05/07/drk_20160507_2309_f39fb751.mp3

Deutschlandradio Kultur, Hesse als Musiktheater: UA "Der Steppenwolf" von Viktor Åslund in Würzburg, 07.05.2016

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/05/08/dlf_20160508_1730_d0217245.mp3

Deutschlandfunk, Kultur heute, Befreiungsschlag – Uraufführung der Oper "Der Steppenwolf" von Viktor Åslund in Würzburg, 08.05.2016

Regisseurin und Choreographin Anna Vita gelang allerdings eine bildgewaltige, sehr überzeugende optische Umsetzung der schwer vermittelbaren Vorlage. Sie zeigte fesselnde Traumbilder, ein wirkliches "Magisches Theater", das bei Hesse Sinnbild für verdrängte Sehnsüchte ist.

BR Klassik, Rubrik: Aktuelles, 08.05.2016

Außergewöhnliche Regie. Und fehlen darf keinesfalls der Blick auf die außergewöhnliche Musiktheater-Regie von Anna Vita. Die nämlich stellt Würzburgs Ballettdirektorin vor eine neue Aufgabe - und trotzdem bleibt sie ihrer bildhaften Handschrift mehr als treu. Damit erschafft sie ein ganz außergewöhnliches Erlebnis für alle Sinne. Anna Vita lässt ihre Sänger schauspielern, sich durchchoreographiert bewegen, lässt sie tanzen. Das Ballett erschafft poetische Traumwelten zwischen sinnlicher Romantik und wilder Erotik.

Main-Echo, Rubrik: Kultur, 08.05.2016

Deshalb ist es ein genialer Schachzug, dass Anna Vita, die Würzburger Ballettchefin, hier ihre erste Opernregie führen darf. Diese äußerlich aufwändig und kongenial inszenierte Oper findet ihre Entsprechung in der geglückten musikalischen Interpretation. Nach drei äußerst abwechslungsreichen Stunden ist der Jubel im voll besetzten Haus groß. Das Premierenpublikum feiert mit stehenden Ovationen, vielen Bravorufen und mehreren Vorhängen ausgiebig eine gelungene Uraufführung in der fränkischen Provinz.

Opernnetz, Rubrik: Aktuelle Aufführungen, 09.05.2016

Eine gefühlte Ewigkeit vergeht, bis die ersten Zuschauer zaghaft klatschen. Dann bricht der Jubel los im fast ausverkauften Großen Haus des Würzburger Mainfranken Theaters. Er währt mehr als zehn Minuten und schließt alle Beteiligten an der Uraufführung des "Steppenwolf" ein.

Main-Post, Rubrik: Kultur, 09.05.2016

Anna Vita, die erfolgreiche Ballettdirektorin des Mainfrankentheaters, setzt auf ihre kraftvolle, bewährte Art des Erzählens, bringt in ihr Debüt als Opernregisseurin eine von ihrem Tanzstil geprägte Körperlichkeit, stößt aber an die Grenzen einer schildernden Regie, weil sie sich von radikaler Stilisierung fern hält.

Der neue Merker, Rubrik: Musiktheater, 09.05.2016

Anna Vita ergänzt die emotionale Komposition und die ausdrucksstarke Sprache um opulente Bildgewalt. Das "Magische Theater", jener Ort, an dem der Eintritt den Verstand kostet, und an dem Realität und Fantasie verschwimmen, ließe sich kaum magisch-sinnlicher abbilden. Etliche Bewegungen der Sänger sind gleichzeitig durchchoreographiert, die Ballettcompagnie tanzt zwischen sinnlicher Romantik und wilder Erotik.

Die deutsche Bühne Rubrik: Kritiken, 09.05.2016

Zwischen Geist und Trieb. Das Würzburger Publikum bejubelt die Uraufführung der Oper "Steppenwolf". Neue Opern haben es beim Publikum oft schwer. Im Mainfranken Theater Würzburg aber erfuhr Viktor Åslunds Musiktheater Der Steppenwolf eine bejubelte Uraufführung. Der Tanz spielt in dieser Oper eine große Rolle – Würzburgs Ballettchefin Anna Vita führt Regie punktgenau zur Musik und äußerst geschickt in der Bewegungschoreografie dieses Personendoppels.

Bayerische Staatszeitung, Rubrik: Kultur, 13.05.2016

Anstatt wie Harry Potter im Zauberei-Ministerium aufzuräumen, tummelt sich Hesses Harry zwecks Erforschung seiner Gemütszustände in Tanzlokalen und einem magischen Theater. Das Geschehen dort, auf den Straßen und im Hause des Professors setzt Ballettdirektorin Anna Vita bei ihrem Regiedebüt bildermächtig und choreographisch voller Esprit in Szene. Regisseurin und Komponist greifen den Texten dramaturgisch geschickt unter die Arme. Sie kehren die gelegentlich pathetisch-schwülstig daherkommenden Gemütszustände des Protagonisten von innen nach außen und verweben die unterschiedlichsten Musikstile, zitieren Mozart, Brahms und Wagner, um sich später mit Jazz und unterhaltsamer Tanzmusik dem Musical anzunähern. Für die lustvoll-surreale und humorvolle Mischung aus Traum, Vision und Phantasie bedankten sich die Premierenbesucher mit ungewöhnlich starkem Beifall über zehn Minuten lang.

Fränkische Nachrichten, Rubrik: Kultur, 13.05.2016

Das Mainfrankentheater Würzburg spannte beachtliche Kräfte und Ressourcen an, um das anspruchsvolle dreistündige Werk seines ehemaligen Kapellmeisters zur Uraufführung zu bringen. Es war eine glückliche Idee, mit der Inszenierung die Würzburger Ballett-Direktorin Anna Vita zu betrauen. Sie und ihre Ballettkompanie setzen nicht nur bei den schrekernahen Orgien-Szenen (Amüsierlokal und "magisches Theater" ) wichtige Akzente, sondern zeichnen auch das "bürgerliche" Milieu mit choreografischer Präzision…

Opernwelt, Rubrik: Panorama, Nr. 7/Juli 2016

Im Mainfranken Theater Würzburg aber erfuhr Viktor Åslunds Musiktheater nach Hermann Hesses gleichnamigem Roman eine bejubelte Uraufführung. Da der Tanz in dieser Oper eine große Rolle spielt, war es sinnvoll, dass die Würzburger Ballettchefin Anna Vita hier Regie führte, punktgenau zur Musik und äußerst geschickt in der Bewegungschoreografie. Langer Beifall!

Orpheus, Rubrik: Für Sie gesehen, Juli- / August-Ausgabe 2016

Das Publikum bejubelte eine in kein Genre pressbare Komposition, zollte einer bildgewaltigen Inszenierung einer im Ballett verhafteten Anna Vita Respekt, lohnte die Ensembleleistung mit Bravorufen und stehenden Ovationen. Ein Segen für die Inszenierung, dass sie ihrer choreografischen Handschrift treu bleibt und dem Publikum ein außergewöhnliches Erlebnis für alle Sinne schenkt. Sänger schauspielern mehr als für manche Oper üblich, bewegen sich in durchdachter Choreografie. Das Ballett sorgt mal für ausgelassene Erotik, mal für poetisch-sinnliche Traumwelten.

Das Orchester, Rubrik: Berichte, Juli/August 2016

Würzburgs erfolgreiche Ballettdirektorin Anna Vita in ihrer opulenten ersten Opern-Regie … und bedankt von Ovationen des Publikums.

Opernglast Rubrik: Report Ausgabe 07/08 2016 

Traumbilder zwischen Realität und Fantasie, Klänge, die sich in kein Genre pressen lassen, sinnliche Choreografien, schillernde Kostüme, Poesie und hintersinnige Sprache. Doch schließlich wird eine außergewöhnliche Inszenierung in Regie von Anna Vita am Mainfranken Theater Würzburg mit stehenden Ovationen belohnt.

 Oper & Tanz, Rubrik: Schwerpunkt, Ausgabe 4-5/2016